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Avicenna Übersetzungsbüro

Das Avicenna Übersetzungsbüro wurde am 31. Januar 1989 von mir in Hamburg gegründet und unter der Nummer HRA 83377 beim Amtsgericht registriert.

Am 12. August 1985 hatte ich die Dolmetscher- und Übersetzungsprüfungen bei der Industrie und Handelskammer zu Düsseldorf bestanden.

1989 wurde ich in Hamburg nach einer schriftlichen und mündlichen Prüfung vereidigt. Im Alter von 70 Jahren wurde die Vereidigung verlängert.

Im Jahre 2001 nahm ich mit Erfolg an einer schriftlichen und mündlichen Prüfung beim Auswärtigen Amt (Berlin) teil.

Dadurch habe ich die Befähigung bekommen, für deutsche und österreichische Regierungsorgane (Kanzleramt, Bundestag und Ministerien und Konferenzen, 4-Augen-Gespräche) als Dolmetscher zu arbeiten.

Auch für afghanische Konferenzen war ich im Einsatz. Dazu gehörte die 2. Afghanistan-Konferenz in Godesberg (2011) unter Beteiligung von Regierungsvertretern und Außenministern aus ca. 80 Staaten.

Während des „Kritischen Dialogs“ zwischen dem Iran und Deutschland hatte ich die Gelegenheit an mehreren gemeinsamen Treffen in Deutschland und Teheran als Simultandolmetscher teilzunehmen. Ich hatte die große Ehre mit Prof. Dr. Steinbach (als Veranstalter der Dialoge) zu arbeiten. Auch in Wien und Teheran war ich in dieser Funktion bei interreligiösen Dialogen im Einsatz und habe die schriftlichen Beiträge der persischen Teilnehmer ins Deutsche übersetzt, die in der Reihe DIALOG vom der Katholischen Universität (Prof. Andres Bsteh) veröffentlicht wurden. Diese Dialoge gaben mir die einmalige Chance und Gelegenheit, mich mit christlichen Ausführungen und Begrifflichkeiten vertraut zu machen.

Von 1988 bis heute nehme ich an Gerichtsterminen in Deutschland als Dolmetscher teil. Es waren wohl ca. 6.000 Sitzungen (Asylangelegenheiten, Straf- und Zivilprozesse)

Ich bin 1949 in Herat (Afghanistan) als Sohn eines ehrlichen Kaufmanns und einer gebildeten strengen Mutter auf die Welt gekommen.

Im Alter von 7 Jahren flüchteten wir als „Schiiten“ in den Iran (Mashhad). Damals war das Verhältnis zwischen Sunniten und Schiiten viel schlimmer als heute. Im Iran besuchte ich die Grund- und Oberschule) und reiste 1967 auf Verlangen meiner Mutter nach Deutschland. Hier studierte ich bis 1975 Volkswirtschaft, und anschließend promovierte ich am Institut für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte zum Thema „Zur Kritik der Modernisierungstheorien.“ (veröffentlicht 1984 bei Leske Verlag). Es war eine soziologische Auseinandersetzung mit „traditionellen“ und „modernen“ Gesellschaften und die Problematik des Übergangs in die Moderne.

Ich finanzierte mein Studium (bis auf ein 2-jähriges Doktorandenstipendium der Universität Hamburg) durch Werktätigkeiten bei verschiedenen Firmen. Darunter war ich auch als erster ausländischer Bahnsteigwärter bei der Hamburger Hochbahn tätig.

Nach der Promotion war ich 9 Semester an der Universität Hamburg als Lehrbeauftragte tätig. Meine Veranstaltungen befassten sich mit gescheiterten Modernisierungsversuchen im Iran und Afghanistan und Tendenzen der „Islamisierung“.

Ab 1983 war ich 18 Monate lang für dpa (Deutsche Pressenagentur) tätig. Als Assistent Übersetzer im Büro von Ulrich Tilgner übersetzte und bearbeitete Meldungen und Radio-Nachrichten aus dem Iran. Dies geschah in der damaligen Zeit (ohne Fax und Internet) durch das tägliche Abhören des Rundfunks der Islamischen Republik auf den Kurzwellen 19 und 31 m.

Zur gleichen Zeit war ich von 1985 bis 1989 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter beim „Hamburger Institut für Sozialforschung“ (Jan Phillip Reemtsma) tätig und verfasste eine Studie über die „Geschichte der Folter“ im Iran zwischen 1830 und 1979). Das Thema „Folter“ nach der Revolution konnte nicht mehr behandelt werden.

Ab 2003 gab ich für 4 Jahre ein deutsch-persisches Blatt mit dem Titel „Barge Sabz“ (Grüne Blätter heraus), das sich mit Integration und interkulturellem Dialog befasst. Die Beiträge wurden unter resasade.com veröffentlicht. Gleichzeitig gründete ich den Verein „Gesellschaft für Interkulturelle Kulturforschung und Integration“ (GIKUFI). Vereinsarbeit braucht viel Kraft, und so beschränkte sich die Aktivität nur auf die Herausgabe des Blatts.

2008 reiste ich im Auftrag des DAAD und Universität Bochum (Prof.  Wilhelm Löwenstein) nach Afghanistan und war im Sommersemester an der Universität Herat als Dozent für Wirtschaftswissenschaften und deutsche Sprache tätig. Dabei übernahm ich im Auftrag des Goethe Instituts in Kabul den Unterricht am Fachbereich für Deutsche Sprache, weil die bisherige Dozentin nach Indonesien geschickt worden war. Zur gleichen Zeit besuchte unser damaliger Außenminister Steinmeier meine Geburtsstadt und versprach die Gründung einer deutsch-afghanischen Schule. Ich nutzte die Gelegenheit und informierte den Vize-Gouverneur von Herat Asiluddin Jami über dieses Vorhaben. Eine politische Persönlichkeit in Herat wollte das Grundstück zur Verfügung stellen. Nach Kontakt mit dem Auswärtigen Amt erfuhr ich, dass der Deutschunterricht aus deutscher Sicht in eine bestehende afghanische Schule integriert werden soll.

Alle diese Tätigkeiten haben mich voll begeistert. Ich bin dankbar für die Entwicklung, die mir in Deutschland beschert wurde und danke mit Demut allen Menschen, die mir die deutsche Sprache und Kultur nähergebracht haben.

Dr. Hadi Resasade

 

 

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